Haartransplantation - Prinzip und Technik

Die Umverteilung funktioniert, weil Haare aus dem Spenderbereich

genetisch programmiert sind, nicht auszufallen.

 

Die Transplantation von Eigenhaar ist die einzige Behandlung, welche eine dauerhafte und natürliche Lösung für die Folgen von unwiderruflich verlorenem Haar bietet. Als effektiv wirksame und dauerhafte Lösung können die verpflanzten Haare genau so behandelt werden wie die übrigen Haare.

Das Prinzip der Eigenhaarverpflanzung beruht auf der Umverteilung von stabilen Haaren aus einem Körperbereich wie dem Hinterkopf als Entnahmebereich in einen schütteren oder entleerten Empfängerbereich wie die Geheimratsecken. Dies funktioniert deshalb nachhaltig, weil diese verpflanzten Haare genetisch programmiert sind, nicht auszufallen, und dieses Verhalten ändert sich auch nicht am neuen Ort.

Seit den 1990-er Jahren hat sich die Eigenhaartransplantation von einem kosmetischen Abenteuer zu einem Verfahren mit konsequent natürlichen Ergebnissen entwickelt, vor allem dank dem Prinzip der „Follicular Unit Transplantation“ (FUT). Der Schlüssel liegt darin, dass Kopfhaar in kleinen Bündeln wächst, den sogenannten „follikulären Einheiten“, und nicht nur in Form von Einzelhaaren. Die Nutzung dieser kleinen natürlichen Gruppierungen ermöglich FUT, ein grösstmöglich naturgetreues Aussehen zu schaffen. Im Gegensatz zu den früher oft üblichen klobigen Hautinseln wird ein bürstenartiges Aussehen vermieden und die viel kleineren Wunden heilen besser und schneller ab.

Auch mit den neueren Entwicklungen und den Resultaten aus der laufenden Forschung bleibt die Haartransplantation ein komplexes Verfahren, jedoch ist es sicher in der Anwendung. Neuere Techniken ermöglichen in der geübten Hand des qualifizierten und professionellen Haarchirurgen hervorragende und natürlich wirkende Ergebnisse.

Beim FU-Transplantationsverfahren werden aus dem Spenderbereich natürlich gruppierte Haare, die „Follicular Units“, also Haarfollikeleinheiten von 1 bis meist 3 Haaren, gewonnen, ohne dabei deren Wachstumsstruktur zu beschädigen. Diese werden einzeln präpariert oder extrahiert und an den nötigen Stellen wieder eingesetzt.

Natürlichkeit: Bei einer Haartransplantation müssen wichtige Faktoren berücksichtigt werden wie Dichte, Verteilung, Winkel und Ausrichtung der Haare. Der wichtigste Punkt dabei ist jedoch das ästhetische Design eines natürlich wirkenden Endergebnisses.

Techniken

Welche Methode ist für mich die Richtige?

 

Das Ziel von Pilopro Haartransplantation mit Dr. Domeisen ist es, die für den Patienten passende Methode anzuwenden, wir bieten sowohl FUE als auch Streifentechnik an. Die Entscheidung dazu sollte nicht wegen eines Verkaufsarguments ("modernstes Verfahren", "klassisch erprobte Methode“, etc.) gefällt werden oder weil der Operateur nur eine Methode beherrscht. 

Es geht darum, wie wir die Bedürfnisse und Erwartungen des Patienten besser erfüllen können. Die Antworten dazu ergeben sich aus dem ärztlichen Beratungsgespräch.

FUE - die Extraktionsmethode

Minimalinvasiv, keine Narbenlinie,

Follikel aus verschiedenen Körperstellen.

 

Die FUE-Technik (von englisch “Follicular Unit Extraction”) ist ein innovatives Verfahren in der Haarchirurgie.

Der wichtigste Unterschied zwischen der FUE-Technik und der Streifentechnik ist die Art der Haargewinnung. Die Art, wie die Transplantate eingesetzt werden, ist ansonsten gleich, es handelt sich bei beiden um eine Haarfollikeltransplantation (FUT = „Follicular Unit Transplantation“). Die Gestaltung und Anfertigung der Empfängerstellen, die vorsichtig schonende Behandlung der Transplantate und das Wiedereinsetzen bleiben sich gleich.

Bei der FUE-Technik werden die Follikeleinheiten mit einer speziellen millimeterkleinen Mikrostanze einzeln aus der Haut befreit und mit der Pinzette herausgezogen. Danach werden die Follikeltransplantate kontrolliert, nach Grösse sortiert und bis zum Wiedereinsetzen auf Nährlösung feucht und kühl gehalten.

Die benötigten 1-er bis 3-er Gruppen sind je nach Empfängerzone verschieden. Die 1-er erlauben beispielsweise ein dichter gepacktes Muster („dense packing“), was v.a. an der vorderen Haarlinie und in den Ecken vorteilhaft angewendet wird.

Die Ausdünnung in der Spenderzone ist von Auge kaum erkennbar, pro Quadratzentimeter werden höchstens 10 Prozent der Follikel herausgeholt. Die millimetergrossen Einschnitte heilen dann nach kurzer Zeit ab, so dass keine sichtbaren Narben zurückbleiben.

Vorteile der FUE-Technik

  • Minimal invasives Verfahren
  • Auch bei kurz rasiertem Haar ist am Hinterkopf keine Narbenlinie erkennbar.
  • Keine Schmerzen oder Gefühlsstörungen nach dem Eingriff.
  • Rasche Erholung nach dem Eingriff ohne Einschränkung der üblichen täglichen Aktivitäten.
  • Die Zahl der gewonnenen Follikeleinheiten und auch die benötigte Follikelgrösse kann je nach Bedarf der Empfängerzone angepasst werden.
  • Mit dieser Technik können auch Haarfollikel aus anderen Körperstellen geholt werden.

Mit der FUE-Technik können sowohl grosse Eingriffe („Megasessions“) als auch kleinere Korrekturen wie Auffüllen der Haarecken, Verdichtung von ausgedünnten Augenbrauen, Behaarung von Narben oder Haartransplantationen im Bart- und Schnauzbereich durchgeführt werden.

Diese Methode benutzt Haare, welche genetisch resistenter gegen Haarausfall sind, diese finden sich am Hinterkopf und an den Seitenpartien, also in der Spenderregion. Werden Haare aus anderen Körperbereichen herausgeholt, spricht man von „Body Hair Transplant“.

Als minimal invasive Methode ohne Wundnaht benötigt sie keine spezielle medizinische Nachsorge, ausser einigen einfachen, ärztlich empfohlenen Vorsichtsmassnahmen, welche eine erfolgreiche Transplantation unterstützen.

Am ersten Tag zeigt sich meist eine leichte Rötung in den behandelten Bereichen, welche sich nach 24 bis 48 Stunden wieder erholen. Schon nach einer Woche finden sich kaum mehr sichtbare Zeichen der Haarentnahme im im Spenderbereich.

Streifenmethode mit trichophytischem Wundverschluss

Klassisch bewährtes, risikoarmes Verfahren

in örtlicher Betäubung.

 

Die Streifenmethode stellt die klassische Methode zur Gewinnung von Follikeleinheiten für die Haartransplantation dar.

Dabei wird ein behaarter Hautstreifen vom Hinterkopf gegen die seitlichen Kopfpartien entnommen, die Grösse wird entsprechend den benötigten Transplantaten gewählt.

Die verbleibende Wundlücke wird direkt wieder zusammengezogen und mit einer Naht verschlossen. Um eine sichtbare Narbe ohne Haare zu vermeiden, wird die sogenannte trichophytische Wundverschlusstechnik angewendet, was soviel heisst, dass am Wundrand belassene Haarwurzeln durch die entstehende Narbe wachsen und diese praktisch verschwinden lassen können.

Die Wundheilung geht meist schnell vonstatten, nach 10 bis 14 Tagen können die Fäden problemlos entfernt werden.

Der gewonnene behaarte Hautstreifen wird durch das Präparationsteam unter dem Mikroskop sorgfältig in einzelne Follikeleinheiten aufgetrennt. Diese Transplantate aus 1 bis 4 Haarfollikeln können direkt wieder eingesetzt werden.

Das in Kleinstarbeit durchgeführte Auftrennen der einzelnen Transplantate benötigt viel Erfahrung, um Ausschuss von zerschnittenen Haarwurzeln zu vermeiden. Durch sorgfältige Behandlung, Befeuchtung und Kühlung bleiben die Haarwurzeln am Leben bis sie wieder an den Empfängerstellen eingesetzt werden und dort mit der Zeit neue Haare bilden können.

Es handelt sich um ein relativ einfaches, schmerz- und risikoarmes Verfahren in örtlicher Betäubung.

Vorteile der Streifenmethode

  • Die Zahl der möglichen Transplantate pro Eingriff ist grösser.
  • Dieses Verfahren braucht weniger Zeit.
  • Durch den geringeren Aufwand entstehen weniger Kosten.
  • Die Überlebensrate der eingepflanzten Haare ist eher besser, da die sorgfältig schonende mikroskopische Follikelpräparation eine sicherere Behandlung der Transplantate erlaubt.
  • Ein dichteres Einpflanzmuster („dense packing“) an benötigten Stellen kann u.a. durch feinere Follikeleinheiten erreicht werden.
  • Eine spezielle Anwendung der Streifenmethode ist die Langhaartransplantation, das heisst die schwierigere Verpflanzung von länger belassenen Haarfollikeln.